Was Kulturwandel mit Mitarbeiterzufriedenheit zu tun hat

Das ist eine Frage, die mich über viele Jahre beschäftigt hat. Vor allem zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn. Als ich noch davon überzeugt war, dass Mitarbeiterzufriedenheit durch kräftige Gehaltserhöhungen, Nachwuchsprogramme, flexible Arbeitszeit, Team-Events, Gesundheitsprogramme sowie Lob und Anerkennung erzeugt wird.

Aber warum nahm die Mitarbeiterzufriedenheit ab?

Und zwar obwohl die Vielfalt solcher Programme und Angebote immer mehr zunahm. Eine paradoxe Entwicklung, die in vielen Unternehmen zu beobachten ist.

Ein sogenannter Visions-Prozess war schließlich mein Schlüsselerlebnis. Sorgsam ausgewählte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelten mit viel Enthusiasmus den Rahmen für die zukünftige Unternehmenskultur. Ein Leitbild mit wunderschön klingenden Unternehmenswerten. Für eine Kultur, in der die Mitarbeiterzufriedenheit und die Finanzkennzahlen gleichsam wachsen sollten. In der das gelebte Verhalten zu den leuchtenden Plakaten und Broschüren passt. Ein Trugschluss!

Was kommt an der Basis an…?

Während dieses Visions-Prozesses kam mir eine Analogie in den Sinn: eine Apfelpresse. Ja, Sie haben richtig gelesen. Da gibt’s wunderschön glänzende Äpfel, die zu Prozessbeginn angepriesen werden und die das zu erwartende Ergebnis schmackhaft machen sollen. Dann gibt es die verschiedensten Filter: Grobfilter und Feinfilter, die nicht selten das Gute mit heraus filtern und den Durchfluss verstopfen. Es gibt den schmackhaften Saft, der die Mitarbeiterzufriedenheit und damit die Leistung steigern soll. Eine Zentrifuge, in der eher die Belegschaft als die Äpfel geschleudert werden. Der recht schnell übel riechende Trester, der in einem intakten Prozess zurück bleibt, während der wohlschmeckende Saft beim Empfänger landet….nachdem zuvor eine Menge Kraft und vor allem Druck aufgewendet wurde.

Doch sieht so die Realität aus…?

Nein. Es bleibt ein wesentlicher Unterschied zwischen dieser Apfelpresse und vielen Kulturwandel-Prozessen. In den Unternehmen landet nämlich der Trester viel zu oft bei der Belegschaft und der Saft verflüchtigt sich im Laufe des begonnenen Kulturwandels. Die Mitarbeiterzufriedenheit leidet darunter, der finanzielle Erfolg lässt auf sich warten. Trotzdem wird die Initiative als Erfolg verkauft, weil niemand sein Gesicht verlieren will.

Und immer wenn ich eine Apfelpresse sehe, denke ich an all die Belegschaften, deren Hoffnungen zutiefst enttäuscht wurden. Denn wieder wurde eine „Sau erfolglos durch’s Dorf getrieben“ und das Vertrauen der Menschen beschädigt.

Das Traurige daran ist, ….

Dass sich diese Entwicklung mitunter wiederholt, wenn ein Wechsel im Management stattfindet. Es wird dann ein neuer Anlauf genommen und die Verantwortlichen betonen, dass sie nicht die gleichen Fehler machen würden. Doch schon bald wird klar, dass wieder Äpfel gesammelt werden und so weiter …

Erfüllte Bedürfnisse schaffen Mitarbeiterzufriedenheit

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Freund, der mir sagte, dass Arbeit kein Wunschkonzert sei. Als ich das hörte, war ich etwas erschrocken. Einen solche Satz hätte ich von vielen erwartet, aber nicht von ihm. Musste er doch wissen, dass Mitarbeiter, die mit der Kultur im Unternehmen und mit ihrer eigenen Arbeit zufrieden sind, mehr leisten als unzufriedene Kolleginnen und Kollegen. Das ist schließlich seit langem bekannt.

Wie entsteht eine solche Mitarbeiterzufriedenheit? Indem Bedürfnisse erfüllt werden! Nun könnte ich eine wissenschaftliche Grundsatzdiskussion starten, worin der Unterschied zwischen Wunsch und Bedürfnis liegt. Vereinfacht gesagt ist die Erfüllung von Bedürfnisse dringend erforderlich, um glücklich zu sein. Wünsche hingegen nicht.

Es braucht eine Rückbesinnung auf die Ursprünge!

Fakt ist doch, dass Führungskräfte nur schwer unterscheiden können, was tatsächlich ein Wunsch und was ein Bedürfnis ist. Umso wichtiger ist es, Angebote zu schaffen, durch die die Menschen selbst herausfinden können, was sie tatsächlich brauchen, um ihre Arbeit als erfüllend zu empfinden. Denn nur so schaffen Sie glaubwürdige Mitarbeiterzufriedenheit.

Anstatt nun komplexe Angebote für die Belegschaft zu entwickeln und viel Geld dafür auszugeben, empfehle ich Ihnen, sich auf die Ursprünge zu besinnen. Starten Sie zunächst mit glaubwürdiger …

    • Meinungsfreiheit: Fördern Sie Kritiker und Querdenker, auch wenn es manchmal weh tut
    • Entfaltungfreiheit: Legen Sie verborgene Talente und Fähigkeiten frei und fordern Sie sie ein
    • Gestaltungsfreiheit: Sein Sie mutig, reißen Sie die Zäune ein und lassen Sie Kreativität zu
    • Entscheidungsfreiheit: Vertrauen Sie und bleiben Sie gelassen

Schenken Sie Ihrer Belegschaft Freiheit!

Sie wird Ihnen Erfolg zurück geben! Im Moment können Sie sich nur schwer vorstellen, welch positive Entwicklung diese vier Maßnahmen auslösen werden. Das ist absolut normal. Mir selbst ging es ebenso. Erst als ich die grandiosen Veränderungen am eigenen Leib erlebte, glaubte ich den Erzählungen anderer. Deshalb braucht es genau dieses Vertrauen in sich selbst, in Ihr Team und in den gemeinsamen Erfolg!

Ihre Kultur wird sich alleine durch diese Maßnahmen Schritt für Schritt deutlich verändern. Die Mitarbeiterzufriedenheit wächst, das Miteinander wird gestärkt und die Leistungskraft Ihres Unternehmens ebenso.

Vertrauen Sie und bleiben Sie gelassen!

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Viel Erfolg!
Es grüßt Sie vom Bodensee
Sven Geelhaar

 

P.S.: Neugierig auf mehr?

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