Kulturwandel baut auf Vertrauen auf

Jede Veränderung bedeutet sich auf den Weg zu machen in unbekannte Gefilde. Dafür braucht es Mut und vor allem Vertrauen, dass die Entscheidung richtig ist. Vertrauen, dass die Reise erfolgreich sein wird, dass es einem selbst nach der Veränderung mindestens genau so gut gehen wird, wie im Moment. Oder besser! Doch was steckt hinter diesem Vertrauen?

Vertrauen ist der Dünger jeder Weiterentwicklung

Vielleicht denken Sie jetzt an das Vertrauen, das Ihnen Führungskräfte schenken (sollten). Das Vertrauen, das von außen kommt und Ihnen das Gefühl gibt, richtig zu sein. Doch das ist nur der Spiegel dessen, was sich in Ihnen selbst abspielt. Ein Spiegel Ihres Selbst-Vertrauens. Das wahre Vertrauen in einer Unternehmenskultur steckt in jedem einzelnen Menschen. Völlig egal auf welcher Hierarchiestufe, in welcher Position, mit welcher Ausbildung. Vertrauen beginnt immer bei Ihnen selbst.

Wie führen Sie sich selbst?

Lassen Sie uns gemeinsam ein Experiment machen: Schreiben Sie einmal auf, in welchen beruflichen Situation der letzten Wochen Sie Vertrauen entgegen gebracht bekommen haben. Dem stellen Sie nun Situationen gegenüber, in denen Sie Vertrauen vermisst haben. Anschließend erstellen Sie eine vergleichbare Bilanz für ihr eigenes Verhalten auf: Schreiben Sie auf, wann Sie sich selbst oder andere kontrolliert haben. Und stellen Sie dem die Situationen gegenüber, in denen Sie sich selbst oder anderen vertraut haben.

Bevor Sie jedoch loslegen, machen Sie sich bitte bewusst, was mit Kontrolle gemeint ist. Wenn Sie eine Email geschrieben haben: Lesen Sie sie noch ein- oder vielleicht mehrmals Korrektur? Wenn Sie aus dem Büro gehen, schauen Sie sicherheitshalber ein zweites Mal nach, ob der Monitor ausgeschaltet ist? Weil Sie sich nicht selbst trauen?! Oder bitten Sie Ihre Mitarbeiter Emails, Präsentationen oder Dokumente zuerst Ihnen zu schicken, bevor sie an den Adressaten gehen? Führen Sie wöchentliche Mitarbeitergespräche, um informiert zu bleiben? Kontrolle beginnt im Kleinen, sein Sie sich dessen im Klaren! Und Kontrolle ist der Feind des Vertrauens.

Schauen Sie sich ihre beiden Bilanzen an. Sehen Sie Parallelen? Sein Sie ehrlich zu sich selbst. Beschönigen Sie nichts, sondern überlegen Sie, wie viel Vertrauen schenken Sie sich selbst? Und was erwarten Sie von anderen?

Vertrauen bedeutet los zu lassen

Misstrauen und Kontrolle sind weit verbreitet in der Unternehmenswelt. Was die Gesellschaft viele Jahrzehnte an Behörden kritisiert hat, dass sie langwierige Entscheidungswege haben, hat die Industrie mittlerweile perfektioniert. Im Lean Management gibt es die Regel, dass Entscheidungen auf der niedrigst möglichen Ebene zu fällen sind. Doch wie soll das möglich sein, wenn mehr und mehr Kontrollmechanismen Einzug halten?

Vorstände bauen monströse Compliance-Abteilungen auf, um sich von der Verantwortung frei zu machen. Lassen massenhaft Audits durchführen, die das operative Geschäft lahm legen und wundern sich dann, dass die Produktivität sinkt. Was ist das Ergebnis all dieser Kontrollstrukturen? Die wohl höchste Skandal-Dichte, die wir bislang erlebt haben. Manipulationen in größtem Stil. Mit Comliance-Abteilungen und mit Audits.

Aber was bedeutet das für Sie? Wenn Misstrauen gepflanzt wird, braucht sich niemand zu wundern, dass Missbrauch geerntet wird. Dafür gibt es mittlerweile leider genug Beispiele. Obwohl die Lösung so einfach ist: Was nämlich mit Misstrauen funktioniert, funktioniert auch mit Vertrauen. Wird Vertrauen gesät, wird auch der Lohn dafür geerntet. Bloß braucht es dafür Mut und Ausdauer. Ihr Unterbewusstsein wird immer wieder frohlocken, wenn Ihr Vertrauen einmal enttäuscht wird. Sofort kommen klare Signale:

„Siehst Du, hab ich Dir doch gleich gesagt!“

Sein Sie mutig, lassen Sie diese Angstmechanismen los und leben Sie glaubwürdiges Vertrauen. Und Sie können sicher sein, dass Sie dafür belohnt werden. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass diese Veränderung einen außerordentlich starken Hebeleffekt hat, der nur schwer zu beschreiben ist!

Selbst ist die Frau! Selbst ist der Mann!

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen etwas bewegen wollen, dann schenken Sie Vertrauen. Zunächst sich selbst. Dann Ihrem Umfeld. Sie können es im privaten Umfeld üben, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen. Oder aber Sie sind mutig und lassen von heute auf morgen im Beruf los. Vertrauen sich selbst, dass das der richtige Weg ist. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kolleginnen und Kollegen und beobachten Sie, wie sich deren Verhalten Schritt für Schritt ändert. Schenken Sie glaubhaftes Vertrauen! Aber passen Sie auf, dass Sie es nicht mit Gleichgültigkeit verwechseln!

Um Vertrauen glaubwürdig zu leben, braucht es nur wenige Schritte:

  • (Selbst)Bewusstheit: Beobachten Sie sich selbst und lernen Sie Ihr eigenes Misstrauen kennen 
  • Mut: Trauen Sie sich und relativieren Sie die Schreckensszenarien Ihres Unterbeuwsstseins, des Misstrauens
  • GelassenheitBleiben Sie gelassen, auch wenn mal etwas schief geht. Niemand stirbt deswegen!
  • GenießenFeiern und genießen Sie jeden noch so kleinen Vertrauens-Erfolg!

Schenken Sie sich Vertrauen!

Vergessen Sie das nach oben sehen. Suchen Sie die Veränderung bei sich selbst. Wenn Sie sich verändern, verändert sich ihr Umfeld automatisch mit. Denn wir leben eng vernetzt miteinander. Da bewirkt der Flügelschlag eines Schmetterlings manchmal Wunder. Nutzen Sie Ihren persönlichen Einflussbereich und unterlassen Sie das Warten auf die anderen. Sie haben das Steuer in der Hand und Sie sind der Macher bzw. die Macherin! Also machen Sie das, was Sie am besten können: Kultur wandeln! Fragen Sie Ihre Intuition, Ihr Gefühl, wenn Sie unsicher sind. Und vertrauen Sie.

Übernehmen Sie Verantwortung
und beginnen Sie zu vertrauen!

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Viel Erfolg!
Es grüßt Sie vom Bodensee
Sven Geelhaar

 

P.S.: Neugierig auf mehr?

 

www.unternehmenskulturwandel.de

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